Solarflugzeug landet ersten großen Erfolg.
Für die Flugpioniere rund um Bertrand Piccard war der 7. April 2010 der aufregendste Tag seit Entstehung der ehrgeizigen Idee. “Diese Mission war die riskanteste Phase des gesamten Projektes. Ein derartig großes und leichtes Flugzeug ist bisher noch niemals geflogen. Wir sind überglücklich”, sagt André Broschberg, CEO und Mitbegründer des Solar-Impulse-Projektes.

Foto: Solar Impulse
Bei dem mit Spannung erwarteten Jungfernflug über dem Militärstützpunkt in Payerne im Westen der Schweiz saß der deutsche Pilot Markus Scherdel im Cockpit. Er beschleunigte das Flugzeug auf eine Geschwindigkeit von 45 km/h, bevor es lautlos abhob. Insgesamt 87 Minuten war das Leichtflugzeug in der Luft.
Obwohl es sonnenbetriebene Flugzeuge schon gibt, hat die Welt so eines noch nicht gesehen: Mit 63 Metern Spannweite hat “Solar Impulse” die Spannweite eines Airbus A340 – und wiegt mit 1600 Kilogramm gerade mal so viel wie ein kleiner Geländewagen. Auf den Flügeln sind 12.000 Fotovoltaikzellen angebracht, durch die vier 10-PS-Elektromotoren mit Energie versorgt und die Batterien aufgeladen werden. Der leise Leichtbauflieger soll auch nachts fliegen.
Von den Flugeigenschaften und der Manövrierfähigkeit zeigen sich die Projektverantwortlichen begeistert. “Das Flugzeug hat sich genaus so verhalten, wie wir es uns durch den Stimulator erhofft hatten. Was den Startvorgang betrifft, wurden unsere Erwartungen sogar übertroffen”, erklärt Solar-Impulse-Sprecherin Rachel Bros de Puechredon.
Noch vor dem Sommer soll als nächstes wichtiges Etappenziel der Nachtflug realisiert werden. Bis dahin sind noch fünf bis sechs weitere Flüge geplant, bei denen das Solarflugzeug auf seine volle Funktionstüchtigkeit überprüft werden soll.
Im Rahmen der nächsten Flüge wird versucht, eine Flughöhe von 8.500 bis 9.000 Meter zu erreichen. Das Flugzeug soll dann ausschließlich mit aus der Sonne gewonnenen Energie fliegen. Für den Jungfernflug wurde das Flugzeug zur Sicherheit mit voll aufgeladenen Batterien ausgestattet.
In zwei Jahren soll der Flieger so weit entwickelt sein, dass er in fünf Etappen die Welt umrunden kann.